Hintergründe und Historisches

Von Anfang an war die burschenschaftliche Geschichte mit dem Streben nach Freiheit verbunden.

Die Burschenschaften entstanden nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Dabei hatten viele Studenten u.a. im Lützowschen Freikorps mitgekämpft. Sie setzten sich danach in der Zeit der Restauration für die Abschaffung der deutschen Kleinstaaterei, die Durchsetzung einer demokratischen Verfassung im Rahmen der Monarchie und die Schaffung eines gesamtdeutschen Reiches zum Ziel.

Sie forderte mit den Werten Ehre, Freiheit, Vaterland staatsbürgerliche Verantwortung, ethnische Solidarität und individuelle Freiheitsrechte zugleich ein. Der vaterländische Gedanke war die wichtigste Idee, für die sich sehr viele Studenten begeistern konnten. Um diese Gesinnung der ganzen Welt mitzuteilen, wurde am 17. Oktober 1817 auf der Wartburg bei Eisenach ein Burschenfest gefeiert, an dem über 500 Burschen aus ganz Deutschland teilnahmen.

Die Versammlung auf der Wartburg 1817 formulierte und beschloss dann gemeinsame Grundsätze und Ziele, um allen deutschen Burschenschaften ein gemeinsames politisches Programm zu geben:

  • politische, religiöse und wirtschaftliche Einheit Deutschlands
  • Aufhebung der Zollschranken
  • Ausbau der Wehrkraft
  • Entwicklung der konstitutionellen Monarchie mit vaterländischer Verfassung
  • Gleichheit vor dem Gesetz
  • Einführung des Prinzips nulla poena sine lege (Latein: keine Strafe ohne Gesetz)
  • Schutz von Freiheit und Eigentum
  • Rede- und Pressefreiheit, Freizügigkeit

Die bürgerlichen Rechte finden sich heute in allen europäischen Verfassungen, auch dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Auf dem Hambacher Fest 1832, das unter maßgeblicher Beteiligung von Burschenschaftern stattfand, wurden erstmals die Farben der Burschenschaft Schwarz-Rot-Gold auch von Nicht-Studenten verwendet. Sie wurden zum Symbol der Demokratiebewegung in Deutschland und darum später zur Staatsflagge der Weimarer Republik, der Bundesrepublik Deutschland und auch der DDR. Viele Burschenschafter waren eine treibende Kraft der Revolution von 1848.

Infolge kam es mit der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zu der ersten frei gewählten Volksvertretung Deutschlands. Auch heute ist das Streben nach Demokratie und Freiheit noch der Grundgedanke. So setzte sich unser Dachverband, die Deutsche Burschenschaft, bis zur Vollführung im Jahre 1990 stets für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ein.

Unser Anspruch, „politisch“ zu sein, bedeutet heute besonders auch, dass von den Mitgliedern gefordert wird, politisches Interesse zu zeigen und sich bestenfalls aktiv zu engagieren. Dabei gibt es keine Festlegung der Burschenschaften auf eine Partei oder Richtung. Zu Betonen ist, dass wir entsprechend unserem satzungsmäßigen Bekenntnis zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung keine Strömungen tolerieren, die selbige zu unterwandern beabsichtigen.

Geschichte der Braunschweiger Alemannen

19. Jahrhundert In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in Braunschweig neben anderen auch die Progreßverbindung Allemannia. Sie wurde am 01. Mai 1850 gestiftet und wählte die Farben schwarz-gold-blau. Sie verfolgte ähnliche Ziele wie die am 18. Oktober 1817 auf dem Wartburgfest von den Burschenschaften formulierten. Besondere Persönlichkeiten aus dieser Verbindung sind vor allem Albert …

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